Geotagging

Wer kennt das nicht: Nach einiger Zeit schaut man sich die Aufnahmen vergangener Tage an und fragt sich, wo genau man diese denn gemacht hat. Meist ist einem der ungefähre Zeitraum und Ort noch bekannt, bei besonderen Aufnahmen wie Hochzeiten, Feierlichkeiten oder ähnlichen Veranstaltungen oder Ereignissen wird man diesen natürlich auch nicht so schnell vergessen. Aber bei manchem Foto will einem die genaue Location partout nicht einfallen und man ärgert sich schwarz, dass man diese Information nicht gleich beim Import in den Lightroom-Katalog mit abgespeichert hat. Gott sei Dank leben wir mittlerweile aber in einer so modernen Welt, dass es auch dafür schon eine Lösung gibt: Geotagging oder Georeferenzierung! Das ist im Grunde nichts anderes, als die Verknüpfung eines Fotos mit GPS-Koordinaten. Somit kann man den genauen Ort, an dem ein Foto aufgenommen wurde, jederzeit bestimmen bzw. heutzutage mit Hilfe google oder anderen Online-Diensten, auf einer Karte anzeigen lassen.
Aber wie bekommt man diese Informationen nun in die Fotos? Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. man ermittelt die genaue Position per „Hand“(zum Beispiel mit googleEarth) und trägt sie am PC in die META-Daten der Aufnahme ein.
  2. man versieht das Foto bereits bei der Aufnahme mit den exakten Koordinaten.
  3. man gleicht die Fotos mit einem aufgezeichneten GPS-Track ab.

Die erste Möglichkeit ist mit Abstand die aufwendigste und ungenaueste zumal man diese Arbeit möglichst direkt nach der Aufnahme bzw. beim Import der Fotos vornehmen sollte, wenn man nicht riskieren will, dass einem das Gedächtnis im Stich lässt.

Die zweite Möglichkeit ist die wohl komfortabelste und einfachste, aber wohl auch die teuerste Methode. Man kann die genauen Koordinaten mit Hilfe von externen Geräten, die an die Kamera angeschlossen werden (z.B. an der Blitzschuh-Aufnahme oder per USB), schon während der Aufnahme in die Bilddateien schreiben. Markus hat auf nachbelichtet.com bereits einen Artikel zu solch einem Gerät veröffentlicht. Hierbei sollte man aber beachten, dass es unter Umständen zu leichten Verzögerungen zwischen einzelnen Aufnahmen kommen kann, da die GPS-Empfänger auch eine gewisse Zeit benötigen, um Verbindung mit einem Satelliten herzustellen und betriebsbereit zu sein. Weiterhin schleppt man auch wieder ein wenig mehr Gewicht mit sich herum und wirklich preiswert sind Geräte auch noch nicht.

Die dritte Möglichkeit ist eine lohnenswerte Alternative für all diejenigen, die bereits über ein GPS-Gerät verfügen, welches mit einer Tracking-Funktion ausgerüstet ist. Mit Hilfe dieser lassen sich die Aufnahmen über das Aufnahmedatum mit dem aufgezeichneten Track abgleichen. Diesen Abgleich kann man mit Hilfe verschiedener Softwarelösungen ganz bequem vornehmen.
Zum Aufzeichnen eines solchen Tracks nutze ich das GPS-Gerät miniHomer der Firma Navin, welches wir unschlagbare 79 € bei Amazon erhältlich ist und an jeden Schlüsselbund passt.

Zum Abgleich der Fotos mit dem Track habe ich mir bisher zwei Softwarelösungen angesehen: ViewNX2 und Geosetter. Beides ist Freeware, darf also kostenfrei genutzt werden. Geosetter kannte ich bis dato nicht und habe es mir auf Ratschlag eines Bekannten einmal angesehen.  

 
Wie auch ViewNX2 kann Geosetter auch mit RAW-Dateien umgehen, was mir persönlich sehr entgegenkommt, da ich nur im RAW-Format fotografiere. Der Abgleich der Geodaten erfolgt nach Auswahl der entsprechenden Fotos und der GPX-Datei vollautomatisch. Im direkten Vergleich mit ViewNX2 benötigt Geosetter hierfür aber deutlich mehr Zeit. Bei 23 Aufnahmen hat Geosetter so ca. 10-15 Sekunden auf meinem System benötigt, um alle Daten in die Fotos einzutragen. ViewNX2 erledigt diese Aufgabe deutlich schneller.
Geosetter trägt die Geodaten zudem nicht direkt in die Fotodateien ein, sondern speichert diese neben den Fotos in XMP-Dateien. ViewNX hingegen legt die Informationen direkt in den Fotos ab. Hierüber kann man nun geteilter Meinung sein. Ich lasse mir die Daten gern direkt in Fotos schreiben, da ich diese dann später in Lightroom noch weiterverarbeite und so nicht gezwungen bin, die XMP-Dateien nochmals abzugleichen. Die Ablage der Informationen in den XMP-Dateien hat jedoch den Vorteil, dass die Informationen nicht verloren gehen, sollte man mal ausversehen die Fotos löschen.
Bei beiden Programmen werden die Fotos im Anschluss schön übersichtlich in einer Karte angezeigt, wobei hierfür eine Onlineverbindung notwendig ist.
Ansonsten, muss ich sagen, nehmen sich beide Programme nach meinen ersten Versuchen nicht viel und ich kann beide ruhigen Gewissens weiterempfehlen.

Wenn Ihr die Fotos dann in Lightroom importiert und Euch die META-Daten anzeigen lasst, werden Euch dann auch die GPS-Koordinaten eingeblendet. Über den Pfeil, der rechts zu sehen ist, könnt Ihr Euch den Aufnahmeort dann direkt auf einer Karte anzeigen lassen. Äußerst praktisch für vergessliche Menschen wie mich.


Über Kommentare und Kritik, positive wie negative, würde ich mich freuen!

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