Die Flucht der Ameisen von Ulrich C. Schreiber

Die Flucht der Ameisen von Ulrich C. Schreiber

Ein Vulkanausbruch mitten im dichtbesiedelsten Bereich Deutschlands…ein Schreckensszenario. Genau darum dreht sich die Geschichte in "Die Flucht der Ameisen". Der Geologe Gerhard Böhm entdeckt bei der Suche nach geologischen Auffälligkeiten im Rheingraben, dass einige Ameisenhaufen mitten im Winter schneefrei sind. Bald darauf entdeckt er, dass diese Haufen direkt auf einer geologischen Verwerfung liegen, die direkt mit dem Erdinneren verbunden ist. Bald darauf werden erste kleinere Beben registriert bis es dann schließlich zum ersten Ausbruch kommt. Unerwartet trifft dieser die Menschen im Namedy und Brohl. Durch die Gesteins- uns Lavamassen wird der unmittelbar angrenzende Rhein aufgestaut und es bildet sich ein gigantischer Stausee, der tausende Menschen ihr Zuhause kostet. Schnell muss eine Lösung gefunden werden, wie man den künstlichen Damm aus heißem Lavagestein abtragen kann.

Die wirklich gute Idee eines solchen Szenarios und dessen Beschreibung sind Ulrich Schreiber gut gelungen. Jedoch merkt man sehr schnell, dass er im Grunde Wissenschaftler und kein Schriftsteller ist. Die Handlung wirkt oft sehr sprunghaft, die Dialoge wenig tief und eher flach. Auch erscheint einem der eigentlich einfache Charakter der Hauptfigur Gerhard Böhm oft als wahrer Wunderknabe, legt er doch von einem zum anderen Kapitel stets neue Heldentaten an den Tag. Auch besticht er mit geistigen Eingebungen bei denen man meinen möchte, der Held sei mit einer höheren Kraft verbunden und verfügt über hellseherische Fähigkeiten.

Das Buch an sich ist interessant gerade weil das aufgegriffenen Thema viel Raum für eine gute Story bietet. Leider bleibt die Spannung fast gänzlich auf der Spur und man wird von einem Ereignis zum nächsten geworfen ohne wirklich eine Bindung zu den Charakteren aufbauen zu können. Das für einen Thriller so typische Flair kommt fast gar nicht auf und man ist als Leser geneigt, einen einfachen Tatsachenbericht vor sich zu haben.

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